Abo Fallen, es ist zum weinen


Wer heute relativ schnell viel Geld verdienen will, braucht einzig eine gute Idee, für etwas was die Menschen nicht brauchen, dieses etwas aber so verkaufen kann , dass jeder meint er braucht es doch.

Dieser Leitfaden eines sehr erfolgreichen Versandhauses  aus dem Jahr 1971 ist auch heute noch tragend. Geändert hat sich der Aufwand. Mussten früher für viel Geld, Kataloge oder Flyer gedruckt- und diese auch noch versandt werden, reichen heute einige Euros aus um an das grosse Geld zu kommen. Seriös muss das ganze auch nicht sein, wichtig ist nur, dass man sich erkundigt, wo die Grenzen sind zwischen legal, Grauzone und Betrug.  Dazu beschäftigt man für kurze Zeit einen Rechtsanwalt oder kann heute bei den Abo-Fallen-Königen gratis lernen.

Nehmen wir mal an wir hätten eine Idee wie man die Nutzer noch in ein neues Abo führen könnten, die eh nichts zum leben haben.  Also machen wir eine Seite die wir „Hilfe-bei-HartzIV “ nennen. Schnell nachgeschaut ob die Seiten im WEB noch frei sind, anmelden und los geht es.

Wir basteln uns eine Frontseite (siehe weiter unten), hier bieten wir mit unvollständigen Sätzen Hilfe an. Da sind schnell einige Aufhänger kreiert. „Wie bekomme ich das Maximum….“, „Mehr Geld vom Staat“ , „Mehr Wohngeld mit kleinem Aufwand“ usw. Hinter die Slogans legen wir den Link zu einer Anmeldeseite, dort verwirren wir die Leser mit einigen Hinweisen, Werbungen, Auszügen aus einem Forum und irgendwo kleben wir eine Vertragsinformation hin.  Ein Wettbewerb auf der selben Seite mit eigenen AGB’s macht sich übrigens sehr gut. Diesen machen auch wir und nennen ihn „Jetzt 1 Jahre lang ihr Miete gewinnen“ und legen das Ende des Wettbewerbs auf Dezember 2017. Bis dahin ist eh alles vorbei.

Unseren Button nennen wir „Jetzt Anmelden und mehr kassieren*“, diesen kann man erst drücken wenn auf der Seite ein Hinweis zu den AGB und evtl. zu den Datenschutz-Erklärungen vorhanden ist und vom Leser mit einem Kreuz bestätigt wurde. Diese AGB gestalten wir sehr genau, die Kosten verschieben wir weit nach hinten und erklären zuerst einmal hundert andere Sachen.

Nun noch schnell eine Forum-Software aufbauen und dort einige Links zu wirklich bestehenden Hartz IV Seiten einfügen. Man erfindet kurz einige positiven Post, wie „Besten Dank für die Hilfe“, „Danke für die Hinweise“, „Super. Dank Euch habe ich 100 Euro mehr“ und schon kann es los gehen. Dass Problem ist nun nur noch, kein Schwein findet unsere Seite. Google Werbung ist sehr teuer, aber genau dort wollen wir ganz oben stehen.  Aber dazu gibt es natürlich einige Tricks. Und wir können unseren Wettbewerb missbrauchen.

Unser Ziel, wer auch immer Hartz IV oder Hartz 4 in Google eingibt sollte unsere Seite weit oben sehen.  Im Augenblick stören die Seiten der Sozialhilfen und deren Seiten die es wirklich ernst meinen.

Aber auch dieses Problem ist schnell gelöst und schon nach zwei Stunden sind wir ganz oben. Wohl vermerkt, bisher hat uns diese Aktion noch keinen Cent gekostet. Dennoch werden nun für mindestens 2 Tage alle Internet-Nutzer die in Google Hilfe bei Hartz 4 eingeben unseren Post sehen. Klicken viele darauf, werden wir den Platz auch halten.

An dieser Stelle sei nicht das Prinzip Google hinterfragt, viel mehr wollen wir aufzeigen, wie es heute möglich ist, ohne grossen Aufwand eine Seite im Internet zu pushen.

Nun fehlt uns natürlich die Startseite, wir wollen ja nicht auf einen Blog-Eintrag verweisen, sondern die Interessierten mit grossen Sprüchen in unsere Abo-Falle tappen lassen.

Dabei müssen wir nur acht geben, dass wir keine Versprechen geben, die nicht gehalten werden können. Da wir eh nur vor haben ein Forum mit Links zu Hilfen anzubieten, haben wir kein Problem damit, da im Internet tausende solche Tipps vorhanden sind.

Mal schnell ein Entwurf machen…

Na sieht doch schon ganz gut aus. Hinweise: Die Bilder wurden für wenige Euros bei einem Anbieter gekauft (Sie werden dort auch viele Bilder von anderen Namhaften Anbietern von Nutzlosseiten finden). Die Seite existiert natürlich nicht. Sie ist nur  zur Demonstration gedacht, wie schnell man Internet Nutzer, vor allem solche die sich in Not befinden, in ein Abo Ködern kann. Auf dieser Seite wird wohl Hilfe versprochen, aber nicht konkret. Nirgends ist der Hinweis, dass jedem geholfen wird. Der Hinweis aus unserem Forum, kann, muss aber nicht aktuell sein.  Das Wort GRATIS ist nirgends zu finden.

Unsere Falle ist aufgebaut. Bei Google weit oben, ein Start-Screen der viele Nutzer Interessiert und das letzte Hindernis die Anmeldeseite werden wir doch auch noch schaffen.

Mal schnell einen Seiten-Sandkasten beauftragt, geht keine 10 Minuten, 2 Bilder für 6 Euro gekauft (Krankenschwestern ziehen immer), und los kann unsere Abo Falle gehen. Natürlich würde man die Seite Frame-Los machen und so weiter, aber zur Demo sollte diese Darstellung reichen.

So, alles legal und bereit für die nächste Abzocke im Internet.

Kann das wirklich sein? Wir garantieren Ihnen, dass wie mit diesen Seiten mehre tausend Opfer finden würden.  Aufwand 2 Stunden, Gewinn mehrere 100’000 Euro, Zeitraum wenige Monate, mit gutem Inkasso-Büro ist der Erfolg fast sichergestellt.

Wehren kann sich niemand, bezahlen muss auch niemand, aber mit einer durchdachten Mahnstrategie, drohenden Worten und einigen AG-Urteilen am richtigen Ort platziert, hätten wir hier Hilfesuchende Menschen innerhalb kurzer Zeit in die Falle gelockt.

Darum – Augen auf . Und sobald Sie Ihre Daten eingeben müssen, aufgepasst.

Rechtliche Hinweise:

Dieser Beitrag soll nicht dazu dienen, Trittbrettfahrer zu ermuntern, so und auf diese perfide Art Geld zu machen. Es soll lediglich zeigen mit wie wenigen Mitteln (dieser Test kostet keine 30 Euro) man heute „legal“ Menschen dazu verleiten kann, ihre Daten einzugeben, Kostenhinweise zu übersehen alleine aus dem Grund ein Schnäppchen zu finden, eine Software runter zu laden oder eben Lebenshilfe zu erhalten. Diese Art wird heute für alles benutzt, vom Kochrezept bis hin zum Routenplaner.  Hier sei auch erwähnt, dass es viele seriöse Anbieter gibt und nicht hinter jedem Euro auch eine Abzocke steckt.

Hier muss etwas geschehen nicht nur dass solche Anbieter vom Netz gelöscht werden, sondern auch dagegen das ihre sogenannten Inkasso Unternehmen solche Forderungen danach eintreiben mit Mitteln die nahe der Nötigung liegen.

Wir unterstützten daher, auch wenn ohne Chance, die Petition: Bestrafung von Inkassounternehmen und Rechtsanwälten bei „unberechtigten Forderungen“

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4 Antworten zu “Abo Fallen, es ist zum weinen

  1. Pingback: Abo Fallen, es ist zum weinen | Recht-Frech.de

  2. Pingback: Lies mal… » Blog Archive » Hilfe bei Hartz IV oder wie baue ich mir eine tolle Abofalle

  3. Ich befasse mich nun seid genau 3 Monaten mit dem Affiliate-Marketing.
    Geld muss man sich immernoch erarbeiten und deshalb sind alle anderen Online-Verdienste meiner Meinung nach
    unrentabel bzw unseriös.

    Durch verschiedenste Internt-Plattformen werbe ich nun bestimmte Firmen oder Betreiber eigener webseiten und konnte zusätzlich zu meinem
    derzeitigen Ausbildungsgehalt einen Nebenverdienst von 885€ auf meinem Konto verzeichen.
    Das ganze lässt sich nach und nach noch weiter Ausbauen, ich kann mir also durchaus vorstellen später auch davon zu leben.
    Ich muss dazu sagen das dieses ganze Unterfangen viel Zeit und Arbeit mit sich bringt, vorallem muss man erstmal in die Materie einsteigen wenn man Neuling auf diesem Gebiet ist.

    AUf Superclix könnt Ihr nach kostenloser Anmeldung einen passenden Werbepartner finden, welcher euch für Klicks, Käufe oder auch Anmeldungen vergütet.

    Admin:
    Leider musste ich Deinen Link entfernen auf WordPress ist Affi-Werbung nicht erlaubt

  4. Pingback: Reingelegt – so schnell gehts | Belugas Abzocker Blog

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