675’000 Dollar Strafe für Download – alles nur Fake


Joel Tenenbaum (Geb. 25.12.1983) soll 1999 im Internet 30 Songs „illegal“ heruntergeladen haben und diese via  dem FastTrack-Netzwerk  Kazza (Filesharebörse) verbreitet haben. Dafür soll er nun 675’000 Dollar bezahlen .

Die ganze Sache stinkt, auch wenn sie Rechtens ist/wäre. Zumindest in den USA wo für absichtlichen Urheberrechtsbruch  bis zu 4,5 Millionen Dollar Strafe verhängt werden könnte. Und genau dies wird dem inzwischen 29 Jährigen vorgeworfen.

Die Presse Betitelt dann nun fast einhellig den Prozess mit 675’000 Dollar Strafe wegen illegalem Musikdownload, was aber falsch interpretiert wird. Der Download von geschützten Musiktiteln ist und war in den USA nie eine Straftat sondern lediglich das bereitstellen solcher Titel.

Lustig sind auch die Daten die da angepriesen werden, im ersten Anklageschreiben 2007 heisst es wortwörtlich

“ dem damals 16 Jahre alten Angeklagte wird vorgeworfen…“

– in der Verhandlung selbst wirft die RIAA dem Beschuldigten vor

„dem Angeklagten wird vorgeworfen im Jahre 2004 mindestens 30 Musiktitel ……“

Im Jahre 2004  war Joel Tenenbaum aber bereits 21 Jahre alt.

Die erste Strafe war dann relativ bescheiden. 10.500 US-Dollar  wurde aussergerichtlich vorgeschlagen. Dies lehnte Tenenbaum aber ab. Er bestritt auch nie, dass er den Fall bis zum Supreme Court bringen wolle. Es schien, dass es dem damals jungen Physikstudenten darum ging, sein vergehen als solches, zu rechtfertigen bzw. zu legitimieren.

Zuerst war er vertreten durch seine Mutter (Rechtsanwältin) dann übernahm im Hintergrund eine ganze Armada die Beratung, darunter auch Charles Nesson. Der 1939 geborene Nesson, war/ist bekannt, dass ihm die amerikanische Musikindustrie und ihre neuen Gesetzte/Kopierschütze usw. ein Dorn im Auge ist/war.

Es war eine Zeit lang zu beobachten, dass vor allem in den USA, der Musikindustrie mit viel Aufwand, daran gelegen war, Musterprozesse gegen private Nutzer von Tauschbörsen anzustreben. So war auch 2010 der Fall um Jammie Thomas, wo 1,5 Millionen Dollar bezahlen werden sollte, in aller Munde. Inzwischen hat es die Musikindustrie in den USA aufgegeben gegen einzelne Personen vor zu gehen. Wäre Tenenbaum nicht so hartnäckig, wäre auch dieser Fall wohl aus der Presse verschwunden. In Deutschland begann dann vor kurzer Zeit eine Abmahnwelle, die viel zu reden gab. Auch einzelne Urteile im bescheidenen Ausmass (400 bis 800 Euro) kamen in die Presse.

Dass die Richterin in Massachusetts den Antrag auf Neuauflage seines Verfahrens nun ablehnte ist nur ein weiteres Rädchen eines wohl nie aufhörenden Prozess. Bereits am 22.5.2012 wurde seine Verfassungsbeschwerde vor dem US-Supreme Court abgewiesen. Dazwischen wurde auch im Berufungsprozess (Juni 2010) die Höhe des Schadensersatzes herunterkorrigiert, auf 67.500 Dollar

Gewinnen kann dieser Prozess schlussendlich niemand. Und so ist es eigentlich nur noch eine Fake aus einer 10’000 Dollar Strafe ein medienwirksamer 675’000 Dollar – Prozess zu machen. Es verängstigt eventuelle einige wenige, aber sie wird nichts daran ändern, dass neue Wege (Gesetze) die geschützten Werke, ganz egal ob Musik, Bücher, Filme etc., begleiten müssen. Es ist sicher jedem klar, wenn Kinofilme bereits vor der ersten öffentlichen Aufführung, im Internet zum Downloaden bereit stehen, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Wenn Lieder in den Internet – Charts Top 10 sind, bei den Verkaufszahlen aber hinter einem Hansi Hinterseher stehen, etwas nicht mehr richtig läuft.

Ein Künstler hat Anrecht auf eine Vergütung für dass was er erarbeitet und anbietet. Nimmt man mal die 0,0xx Euro die ein Künstler/Band im Schnitt erhält, wenn ein Stück zum Beispiel bei i-Tunes heruntergeladen wird, fragt man sich wo die restlichen 1 bis 1,5 Euro hingehen.  Doch dies war ja schon immer so, die Zeiten wo ein Sänger 1,5 D-Mark(***) pro verkaufte Single oder 7,5 D-Mark pro LP/Mc erhielt, sind schon lange vorbei. Das Geld macht schon längst die Musik und Filmindustrie.  (***  D-Mark, für die es nicht mehr wissen, die einst starke Währung der Deutschen)

Dagegen sich zu wehren macht schon Sinn. Und die unnützen und nur den wirklichen Käufer störenden Kopierschütze sind ein Grund dafür, dass auch ich wohl Titel kaufe, auf dem PC aber ungeschützte Songs speichere. Ich gebe sie nicht weiter, aber benutze sie für meine privaten Videos etc.

Informativ:

Ist Musik-Downloaden strafbar >>>

So entschied der Bundesgerichtshof (BGH) im  August 2012

Schon wer eine einzige Datei illegal zum Download anbietet macht sich strafbar >>>

Udo Vetter – Dieses Urteil des BGH gibt zu denken >>>

Juni 2012: In einer Umfrage in 8 Schulen wurden von den rund 400  Jugendlichen erwähnt, dass die auf ihren Mobiltelefonen und Smartphones gespeicherten, Filme, Musik etc. zu 99%  aus dem Internet  und dies gratis, heruntergeladen wurden. Viele erwähnten, dass sie die Titel nicht tauschen sondern lediglich anhören. Viele gaben zudem an, lediglich Songs zu kaufen, die in den Shows DSDS oder ähnlichen zu hören waren, um den jeweiligen Künstler zu unterstützen, oder das original des Stücks zu besitzen.

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