Armut – Wann ist man wirklich Arm


Serie: Arme EU /Beluga59

Die Armutsgenerze ist in vielen Ländern ein Indiz, um in Statistiken die armen Bürger von Normalen und Reichen zu trennen

Haben Sie gewusst wie diese zum Teil berechnet wird? Im folgenden ein Beispiel wie man in Italien einen Haushalt auf die Liste stellt, dem man ein Leben mit Entbehrung unterstellt:

Werden mindestens 3 Fragen mit Ja beantwortet erfüllt ein Haushalt (egal wie viele Personen einem solchen angehören) diese Kriterien.
In Italien sind dies 22% der befragten. (Quelle >>>)

Unfähigkeit, für unerwartete Ausgaben aufzukommen
laufende Rechnungen zu bezahlen
sich einmal im Jahr einen Urlaub zu leisten
ausreichend Proteine zu sich zu nehmen
unmöglich die Wohnung angemessen zu heizen
keine Waschmaschine besitzen
kein Auto besitzen
kein Telefon zu besitzen
keine Möglichkeit zu einem Internetzugang besteht

Dazu sei festgehalten, dass sich 56% der Italiener ärmer fühlen, als noch vor wenigen Jahren. Berlusconi sei dank.

Noch schlimmer ist es in Spanien, hier teilt die Caritas mit das 1,3 Millionen Haushalte unter der Armutsgrenze leben müssen und sämtliche Mitglieder des Haushaltes arbeitslos seien. In Spanien sind über 20% der Erwachsenen Arbeit- suchend und mehr als 50% der Jugendlichen finden weder Arbeit geschweige einen Ausbildungsplatz. 800’000 Personen benötigen die Hilfe der Caritas um überhaupt zu überleben. (Quelle >>>)

Bald nichts mehr zum Leben bleibt den Portugiesen. Seit Jahren sinkt das Durchschnittseinkommen und steigen die Preise für die 100 wichtigsten Lebensmittel.

Geht man vom Westen in Richtung Osten, wird es noch viel schlimmer. Nicht nur in Griechenland wo die Schraube der EU zum sparen drückt.  Lässt man mal die Türkei aussen vor, ist es vor allem die Jugendarbeitslosigkeit die ein Ausmass erreicht hat, die erschrecken muss. Wenn jeder zweite Jugendliche keine Arbeit, keinen Ausbildungsplatz mehr findet, was um Himmelswillen machen diese junge Menschen. Kein Geld, keine Arbeit, keine Chance für eine Ausbildung, keine Perspektive für die Zukunft. Innerhalb der EU bleibt eines, das eigene Mutterland verlassen und im „Ausland“ eine Arbeit suchen, egal zu welchem Lohn und welchem Preis.

Doch ist es in Deutschland besser?

Wenn ich höre dass auch bei uns 30% der Haushalte mit Kinder die sich nicht mit Wohngeld und Harz4 begnügen, bis zu 12 Stunden arbeiten müssen um auch nur annähernd über die Armutsgrenze und über 1300 Euro im Monat zu kommen, sind wir dann besser dran? Ist es unser Ziel, dass auch bei Familien beide Elternteile zu 100% arbeiten gehen müssen  nur um das nötigste für das eigene Zuhause zu erwirtschaften? Noch schlimmer wird es dort, wo alleinerziehende überleben wollen.

Deutschland hat (noch) einen sehr starken Mittelstand, der das ganze finanzieren kann. Aber wie Lange noch.

Und eben dieses Land bzw. Frau Merkel wird in den meisten Ländern dafür verantwortlich gemacht. Deutschland gilt als Reich, als Land der Arbeit und der Banken.  Deutschland ist der Sündenbock der Sparpolitik und der Fehler der EU aus den letzten Jahren. Den Kopf hinhalten muss Frau Merkel.  Ob und wie lange dies gut geht, wird sich zeigen. Hier ein Pessimist zu sein ist wohl leicht, positives für die Zukunft zu finden hingegen wird immer schwerer. Die nächste Krise kommt, der nächste Streik mit Toten auch. Die Menschen sind am verzweifeln, doch der Druck auf genau diese wächst. Es geht hier nicht um die Menschen, für die Harz4 das Lebensziel ist, nicht um die, denen Arbeit eh schwer fällt, nein es geht um die Menschen die nichts anderes wollen als einfach nur „Leben“.   Dazu gehört ein gesundes Umfeld, eine Arbeit, eine Wohnung und die Sicherheit auch morgen noch so zu leben.  Dass dies nur in einem freiheitlich-demokratischerm und sozialem Rechtsstaat möglich ist, wo sich alle um alle kümmern, ist eine Lehre die wir aus der Schule mitgenommen haben. Doch bei vielen hört das Wort sozial dort auf wo es nicht die eigenen vier Wände betrifft. Demokratie soll dort beginnen wo es einem selber einen Vorteil verschafft.

Eventuell müssen wir Umdenken. Vorbilder gibt es leider keine

2 Antworten zu “Armut – Wann ist man wirklich Arm

  1. Pingback: Nachtwächter-Blah » Ein interessanter Blick nach Italien: Wann gilt …

  2. Völlig unkonkrete Fragen: eine „unplanmäßige“ Ausgabe kann genauso der Schnürsenkel sein der mir gerade gerissen ist wie der Motorschaden des Maserati…
    Laufende Zahlungen können genausogut die Aufwendungen für ein Mindestmaß an Komfort (Strom zB) sein aber auch Raten für Luxus-Kredite…

    Und wer kein Auto besitzt ist natürlich der ärmste der Armen – Amen… 😉

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