RA – Hilfe gesucht


Mit einem etwas komplexen Problem konfrontiert uns unser Leser, da unser RA bis 5. Januar 2013 in den Ferien weilt (ach haben die es schön), suchen wir bei unseren Lesern einen Beistand der folgendes Problem eventuell erklären kann.

Hallo beluga59,

das ganze begann am 08.09.12 (also nach der Gesetzesänderung über Button-Lösung) Das ist meine Geschichte, wo ich eine Abzocke vermute. Ich war Kunde bei maxdome (online videoverleih). Für einige Filme muss man dort eigene Volljährigkeit bestätigen. Das erledigt für maxdome Fa. verify-u  (www.verify-u.de). Durch einen Link von der Seite maxdome habe ich diese Altersverifikation gestartet und meine persönliche Daten mit Email-Adresse angegeben. An der Stelle wo ich meine Bankverbindung angeben sollte (es gehört zum Verifikationsprozess) habe ich den Vorgang abgebrochen und die Seite geschlossen. Also ich habe diese Registration bzw. Anmeldung auf keine Weise beschlossen, gesendet oder bestätigt. Meine Bankverbindung habe ich auch nicht angegeben. Trotzdem kurz danach habe ich eine Mail-Bestätigung von verify-u erhalten, dass meine  Autorisierung läuft. Und was ich weiter machen soll, wenn ich den Autorisierungs-Code per Bankkontoauszug bekomme. Auf diese Mail habe ich nicht reagiert, da sie nach meiner Meinung eine automatische Antwort war.

In ca. zwei Wochen habe ich die nächste Mail von verify-u schon mit Geldanforderungen bekommen. Dort stand es, dass „im Rahmen Ihrer Registrierung bei [verify-U] wurde Ihre Bankverbindung mit Ihrem Einverständnis von maxdome an uns weitergeleitet, damit wir Ihren Autorisierungscode per Banklastschrift und Bankgutschrift übermitteln können. Während der Registrierung haben Sie uns durch die Bestätigung der AGB von [verify-U] eine Einzugsermächtigung erteilt und wurden informiert, dass durch eventuelle Rücklastschriften entstehende Kosten von Ihnen zu tragen sind. Bei der Übermittlung Ihres Autorisierungscodes kam es nun zu einer Rücklastschrift. Hierdurch sind uns Kosten von insgesamt 11.52 Euro entstanden“. Aber bei maxdome habe ich auch keine Bankverbindung angegeben!

Bis jetzt bekam ich nur Mails, die ich ignorierte. Heute habe ich aber einen „echten“ Brief von einem Inkassobüro atriga GmbH bekommen. Die Summe hat sich demensprechend bis EUR 54,00 erhöht. Dort stehen auch meine persönliche Daten, die ich damals angegeben habe. Und auch angeblich meine aber vollkommen erfundene Bankverbindung, die ich nie hatte. Die Begründung ist aber immer noch dieselbe. Da ich AGB bei der Anmeldung bestätigte, ich muss zahlen. In der AGB steht tatsächlich – „Wenn der NUTZER sich über eine Website eines Mediendiensteanbieters für den Dienst [verify-U] registriert, gibt er seine entsprechende verbindliche Angebotserklärung mit dem Starten der Registrierung ab“. Und da ist meine Frage – ist es so legitim? Es kann sein, dass ich damals AGB angehakt habe. Aber ich bin immer davon ausgegangen, dass am Ende jeder Online -Anmeldung / -Registrierung laut der Gesetzesänderung über Button-Lösung ich entscheide, ob ich meine Daten versende oder nicht.

Da Sie sich mit der Materie sehr gut auskennen, ich würde Ihnen für einen Rat sehr dankbar!

Vielen Dank im Voraus!

Ist trotz der nicht abgegeben Bankvollmacht und dem Abbruch der Anmeldung, in diesem Fall ein Vertrag zustande gekommen? Ebenso ist die Frage erlaubt, wenn auf dem Button kein Vermerk zu „Jetzt kostenpflichtig anmelden“ vorhanden war, gilt die Verifizierung unserer Meinung nach, lediglich der Altersbestätigung und noch nicht als Kostenpflichtige Anmeldung oder der Einwilligung einer solchen zuzustimmen?

Besten Dank für eine Antwort

Informativ:

Weitere Probleme bei Maxdom und dem Registrieren (1)  / (2)  (Forumdiskussion)

8 Antworten zu “RA – Hilfe gesucht

  1. Hallo Beluga59
    Hallo Fragesteller zu Maxdome / verify-u

    Habe zwar immer wieder mit Verbraucherschutzthemen zu tun, bin aber kein expliziter Kenner der tieferen Gesetzgebung.

    Was mir allerdings an der Schilderung auffällt ist, das zwar (evtl.) ein Haken an den AGB gesetzt wurde, jedoch keine Widerrufsbelehrung zugestellt wurde. Dies würde bedeuten, wenn wirklich keine Widerrufsbelehrung „ausgehändigt“ worden ist, das die Widerrufsfrist noch nicht begonnen hat abzulaufen.

    Heisst im Umkehrschluss: Du kannst (behelfsweise / vorsorglich) Widerrufen.

    Heisst aber auch: es kommt dann darauf an, ob die beteiligten Unternehmen den juristischen Weg wählen wollen. Zunächst allerdings wird man Druck aufbauen.

    Heisst: Vermutlich wird man auf einem rechtsgültigen vertrag bestehen und mahnen, Inkassoforderungen können folgen. Der geforderte Betrag erhöht sich entsprechend schnell durch Gebühren, Auslagen etc. Unter Umständen folgt ein gerichtlicher Mahnbescheid – DEM ist AUF JEDEN FALL zu WIDERSPRECHEN !!

    Optionale Vorgehensweisen seitens der Unternehmen:
    1. Man reagiert auf Deinen Widerspruch, dann geht es vor Gericht.
    2. Man hört bis zu drei Jahren nichts mehr, dann kommen neue Mahnungen, der Forderungsbetrag erhöht sich weiter (Jeweils 3 Jahre Verjährungsfrist).
    3. Man lässt die Sache auf sich beruhen.

    Meine persönliche Empfehlung:
    Mittels juristischer Hilfe den Sachverhalt klären. Evtl. vorhandene Rechtsschutzversicherung sollte eigentlich Deckungszusage geben. Dieser kurze Weg spart Nerven, Zeit und Geld.

    Optionen:
    Entweder einen Rechtsanwalt aufsuchen
    oder
    bei http://www.verbraucherdienst.com per Telefonat unverbindlich erkundigen.

    NICHT zu empfehlen sind aus meiner Erfahrung mit solchen Dingen irgendwelche pauschalen Vordrucke aus dem Internet weil …
    4. … keine (juristisch relevante) inhaltliche Anpassung an den / Deinen konkreten Einzelfall gegeben ist
    5. … ggfls. mit juristischen Mitteln gegen Dich vorgegangen wird, juristische Unterstützung für Dich entsprechend notwendig ist.

    Rechtsanwalt vs. Verbraucherdienst e.V. – Kostenfrage
    6. Welche Hilfe die kostengünstigere ist hängt vom (vermeintlich) abgeschlossenen Vertrag und den damit verbundenen Kosten ab.
    7. Die vorraussichtlichen Kosten hängen von den Reaktionen des fordernden Unternehmens ab. (Siehe Punkt 1-3)

    EINES WÜRDE ICH PERSÖNLICH AUF KEINEN FALL TUN
    Die Sache auf die leichte Schulter nehmen und selbst mit Schriftverkehr oder Aussitzen versuchen, aus der Nummer rauszukommen.

    Hoffe mit meiner persönlichen Erfahrung und daraus resultierender Einschätzung eine Entscheidungshilfe gegeben zu haben …

    Good Luck
    Jörg Mersmann

    • Hallo, Jörg,
      es wurde keine Widerrufsbelehrung zugestellt. Allerdings bei dieser Altersverifikation handelte es sich um eine für mich kostenfreie Prozedur (1 Cent auf mein Konto überweisen, danach sofort abbuchen). Musste in diesem Fall auch die Widerrufsbelehrung zugestellt worden sein?

      Die Kosten sind eigentlich folgendermaßen entstanden. Verify-U schreibt „Während der Registrierung haben Sie uns durch die Bestätigung der AGB von [verify-U] eine Einzugsermächtigung erteilt und wurden informiert, dass durch eventuelle Rücklastschriften entstehende Kosten von Ihnen zu tragen sind“. Später habe ich diese Passage in der AGB gefunden.

      Diese ersten Kosten 11.52 Euro entstanden, weil es angeblich bei der Übermittlung meines Autorisierungscodes nun zu einer Rücklastschrift kam. Aber ich habe damals das Anmelden bei verify-U abgebrochen ohne Bankverbindung anzugeben. Verify-U schreibt, dass meine Bankverbindung mit meinem Einverständnis von Maxdome an sie weitergeleitet worden sei. Aber ich habe bei Maxdome auch keine Bankverbindung hinterlassen. Da bin ich mir sehr sicher. Inkassobüro hat mir sogar diese Bankverbindung mitgeteilt. Aber ich habe sie nie gehabt. Es sieht für mich so aus, als Verify-U mit Maxdome zusammen diese Autorisierung mit irgendeiner Bankverbindung durchführen versuchte. Und sie wussten schon vorher, dass es nie klappt. Sehe ich das richtig? Kann man daraus vielleicht einige nützliche Schlüsse ziehen?

      • Servus Sertur!

        Du stellst mir konkrete Fragen, die furistisches Fachwissen für eine seriöse Beantwortung voraussetzen … da bin ich – wie schon geschrieben – eindeutig überfordert.

        Bitte suche u n b e d i n g t kompetenten Rat bei einem Rechtsanwalt oder alternativ, und nach meiner Erfahrung meist preiswerter, beim Verbraucherdienst e.V. Essen (Google) oder vielleicht auch bei einer Verbraucherzentrale.

        Je nachdem wie lange sich der Sachverhalt letztendlich hinzieht geht es für Dich in dieser Angelegenheit nicht nur um ein paar (hundert) Euro – Aussitzen und Selbstversuch als Lösungsansatz führen meist nur zu preistreibenden Kosten. Zu beachten: Man besteht seitens VERIFY-U bzw. MAXDOME mit juristischem Hintergrund auf einemn Vertrag.

        Hast Du diesen juristischen Hintergrund – besonders risikobehaftet für Dich sind i.d.R. Tips basierend auf juristischem Halbwissen – nicht, geht der schuss auch meist für Dich nach hinten los.

        Beispiel: Du wirst beschuldigt, zu schnell und bei Rot über eine Ampel gefahren zu sein.

        Gehst Du vor Gericht und kämpfst allein gegen den gegnerischen Anwalt?

        Oder ziehst Du es vor Dich entsprechend fachkompetent beraten / vertreten zu lassen? 😉

        Also: Ich empfehle Dir in jedem Fall eine fachkundige Beratung.

  2. das ganze begann am 08.09.12 (also nach der Gesetzesänderung über Button-Lösung) Das ist meine Geschichte, wo ich eine Abzocke vermute. Ich war Kunde bei maxdome (online videoverleih). Für einige Filme muss man dort eigene Volljährigkeit bestätigen. Das erledigt für maxdome Fa. verify-u ( http://www.verify-u.de ). Durch einen Link von der Seite maxdome habe ich diese Altersverifikation gestartet und meine persönliche Daten mit Email-Adresse angegeben. An der Stelle wo ich meine Bankverbindung angeben sollte (es gehört zum Verifikationsprozess) habe ich den Vorgang abgebrochen und die Seite geschlossen. Also ich habe diese Registration bzw. Anmeldung auf keine Weise beschlossen, gesendet oder bestätigt. Meine Bankverbindung habe ich auch nicht angegeben. Trotzdem kurz danach habe ich eine Mail-Bestätigung von verify-u erhalten, dass meine Autorisierung läuft. Und was ich weiter machen soll, wenn ich den Autorisierungs-Code per Bankkontoauszug bekomme. Auf diese Mail habe ich nicht reagiert, da sie nach meiner Meinung eine automatische Antwort war.

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