HELSANA – Die Abzocke bei verspäteter Zahlung


Vieles konnten wir schon lesen, vieles mussten wir hier schon schreiben, aber was die Versicherung-Gruppe Helsana (HSK) mit ihren Mitgliedern macht ist Abzocke hoch 3. Hier am Beispiel der Tochter Avanex

Unser Leser konnte eine Monatsprämie April nicht begleichen. Wollte, wie es halt bei vielen Menschen die nicht auf Rosen gebettet sind, nachholen. Bezahlte alle Folgeprämien weiter. Er war im Irrglauben dass ja so die offene Prämie April bezahlt würde und einfach die nächste vom Mai offen ist.

Klar – 18 Tage nach Zahlungsziel folgte die Erinnerung dann am 16.5. die Mahnung.  40 Franken wollen die Leutchen für die zwei Seiten Papier und die Prämie vom April. Das der Mai bereits bezahlt war interessiert diese wenig. Der Leser wurde sich nun bewusst, dass er nicht einfach weiter zahlen kann, sondern eben genau diese Rechnung vom April begleichen muss.

Unser Leser konnte noch nicht 2 Prämien miteinander bezahlen und so kam die zweite Mahnung.

Schlau wie die Helsana – Köpfe sind, machte man nun aus der 2. Mahnung ein „Rechtliches Inkasso, so kann man aus der einen Mahnung zwei Mahn – Positionen (Grund- und Zusatzversicherung) machen und 2 mal die Inkassogebühren verlangen. 100 Franken zusätzlich für eine Rechnung mit 2 Positionen und im Betrag von 225.30.

Lustig die Inkassogebühren für die Grundversicherung ist 60 Franken, die für die Zusatzversicherung 40.-. Man holt die Kohle aus der Masse der säumigen Prämienzahler. Verwerflich.. (Meinung des Autors.)

Für die um 2 Monate zu spät bezahlte Prämie April bezahlte unser Leser statt 225.30 satte 368.10 also fast 143 Franken. Dies obwohl (anzunehmend) bis hier hin lediglich eine Software 3 Briefe bzw. 8 Seiten aus dem Drucker warf und etwas Post-Taxe hinzukam. Da sind selbst die Mahn und Admin Entschädigungen des in der Schweiz berüchtigten Inkasso Intrum Justitia noch bescheiden.

Helsana_Abzocke_2015

Gleichzeitig wurde er darauf hingewiesen, das die Zusatzversicherung, obwohl weiter bezahlt, nicht mehr gültig sei und er keinen Versicherungsschutz mehr habe.  Folgendes wurde ihm im Juli mitgeteilt, trotz bezahlten Prämien für Januar/Februar/März/Mai/Juni/Juli

Helsana_Abzocke_2015_2

Er ist also wegen der einen offenen Rechnung und trotz bezahlten Prämien in diesem Fall nicht mehr Unfall versichert.

Die HSK (und andere) machen es sich hier einfach. Um den internen Aufwand klein zu halten, machen sie aus der Jahresprämie (der Vertrag läuft über mind. 12 Monate) , 12 Einzelrechnung mit eigenem ESR. So kann die ganze Zahlungsabwicklung durch eine Software erledigt werden. Bleibt eine Zahlung aus dieser Kette aus ist der ganze Vertrag in Frage gestellt, aber nur was die Leistung der Kasse angeht. Mit diesem System ist eine monatlich wiederkehrende Überweisung ab Bankkonto (monatlich) nicht möglich man muss sich dem Lastschriftverfahren aussetzen um automatisch zahlen zu können, da jede Rechnung einen eigenen ESR hat.

Während die Leistung der Helsana auf die einzelne Rechnung (Monat) gestellt ist, sind die Zahlungen der Kunden auf den Jahresvertrag abgestellt. Dies erscheint dem Laien wohl als Paradox.  Der Kunde bezahlt alle Rechnungen auch den Monat Juli, ist aber nicht versichert weil er den Monat April nicht beglichen hat.

Für was das Herz in der Werbung der Helsana steht, weis wohl niemand so genau, aber eines steht fest, es steht nicht für den Kunden. Sich als Familienfreundlich zu titulieren ist dann schon fast der blanke Hohn. (Meinung des Schreibers)

Helsana_1

(c) by Helsana

Festhalten möchten wir hingegen, dass nichts dem Gesetz entgegen spricht, ausser:

Laut Gesetz müssen Krankenversicherer:

Die obligatorischen Krankenversicherer dürfen eine angemessene Entschädigung für ihre durch die verspätete Zahlung entstandenen Umtriebe verlangen. Und sie müssen diese Gebühr in ihren Versicherungsbedingungen erwähnen.

Die Helsana erwähnt wohl das Kosten anfallen aber nicht deren Höhe. 40 Franken sind laut K-Tipp für einen Aufwand von Knapp zwei mal 1.-  Franken aber sicherlich nicht angemessen.

Helsana brüstete sich ja bereit 2004 mit Ihrem Xerox System das für knapp 5 – 10  Rappen eine sw/Farbseite drucken kann, und 1,8 Millionen Blatt bei nur 4 Personen „raus lässt“. Wir nehmen an, dass Helsana sich in diesen 11 Jahren nicht verschlechtert hat.  (Quelle >>>). Nimmt man diese Zahlen und bedenkt dass die Helsana an drei Tagen Erinnerungen/Mahnungen druckt, erwirtschaftet man so schnell mal 1’8 Millionen durch administrative Kosten.

Wir möchten Sie nicht langweilen, liebe Leser, aber auch mit Raum-Miete, Personalkosten, Porto  und so weiter geht hier ein Brief mit knapp 1,10 raus. Die 40 Franken stehen hier in keinem Verhältnis zur erwähnten „angemessenen Entschädigung“.

Doch zurück zu unserem Leserbrief:

Anders als zum Beispiel die Intras (CSS Gruppe), verlangt die Helsana die Prämie zum Voraus, die Prämie April wird so zum Beispiel schon am 31. März fällig und wird bereits am 18. April erinnert. Bei Intras hat man den ganze April Zeit um zu bezahlen.

Für uns (und nur für uns natürlich) ist es eine Schande, genau bei den Menschen die den Franken zwei Mal umdrehen müssen, sich noch dumm und dämlich an den administrativen Kosten zu bereichern.  Darum von uns ein „pfui teufel“ an die Adresse der HSK.

Da der Ausschluss aus der Versicherung vor der eigentlichen Betreibung erfolgt, also schon fast eine Erpressung, kann sich der Kunde auch nicht wehren. Erst hier vor dem Friedensrichter oder Richter könnte man die Mahnkosten bestreiten.  Bis zu dieser Zeit ist unser Leser aber unversichert.

Liebe Ärzte, Spitäler, Chiropraktoren, Physiotherapeuten, die ihr bei Helsana und CO immer so lange auf die Zahlungen wartet, ändert Eure Bedingungen und verlangt doch auch 40 und mehr Franken bei der Mahnung und nicht 6 bis 10 Franken wie ihr das bisher (vergeblich) tut.

Fraglich auch ob die der HSK nahe-stehenden KPT und Sanitas gleiche Wege gehen und bald ihre Mahnkosten angleichen werden, den gerade die KPT war bisher kundenfreundlich bei 10 Franken.

Informativ:

Zu den Mahngebühren zählen:

Portokosten für die Zahlungserinnerung, 1. Mahnung, letzte Mahnung und
Material (Papier, Briefumschlag für die Zahlungserinnerung, 1. Mahnung, letzte Mahnung)

Zu den Mahngebühren gehören nicht die Kosten für:

die Verwaltung, Personal und Technik

Da diese Kosten zu den Ausgaben für den allgemeinen Geschäftsbetrieb gehören und nicht auf den Schuldner abgewälzt werden dürfen.

In der EU sind Erinnerung und Mahnkosten bei 4 bis max 10 Euro pro Schreiben anzusetzen.

Laut Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG) Art. 27 Abs. 3 dürfen die Kosten, die durch das Beauftragen eines Inkassobüros entstehen, nicht dem Schuldner übertragen werden.

Das OR erlaubt das Erheben von Verzugszinsen. Ein Verzugsschaden hingegen kann nur geltend gemacht werden, wenn der Aufwand höher ist als durch die Zinsen nicht schon gedeckt werden.

Die Concordia ist im gleichen Boot, auch hier können bis zur zweiten Mahnung 100 Franken anfallen und wie Concordia mitteilt, decke diese nur den Aufwand. Laut K-Tipp sind die Kosten inkl. Ausdruck für eine 2. Mahnung knapp bei einem (1)  Franken.  Diese Behauptung widerlegte die Concordia seit 2011 nie >>>

In den 874 Bedingungen und Zusatzbedingungen  findet man auf den Seiten der Helsana folgendes:

Mahnung und Betreibung

Indem Sie Ihre Rechnung pünktlich bezahlen, vermeiden Sie unnötige Gebühren und helfen uns, administrative Kosten zu sparen.

Die Krankenversicherer sind gemäss Bundesgesetz über die Krankenversicherung (Artikel 64a) verpflichtet, ausstehende Prämien und Kostenbeteiligungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) einzufordern.

Ablauf Prämieninkasso – die Schritte im Mahn- und Betreibungsprozess

  1. Nach Ablauf der Zahlungsfrist erhalten Sie eine Erinnerung.
  2. Bleibt die Zahlung trotz Erinnerung aus, wird mit der anschliessenden Mahnung eine Gebühr fällig.
  3. Bleibt die Rechnung weiterhin offen, erhalten Sie von uns eine letzte Mahnung. Neben weiteren Mahngebühren erheben wir 5 Prozent Verzugszinsen.
  4. Das rechtliche Inkasso verlangt eine Trennung zwischen dem Mahnverfahren der Grundversicherung und der Zusatzversicherung. Deshalb erhalten Sie für die Zusatzversicherung ein separates Mahnschreiben. Dies verursacht wiederum Gebühren.
  5. Kommt es zu einer Betreibung, wird das Betreibungsamt die Schuld einfordern. Den ausstehenden Betrag müssen Sie danach über das Betreibungsamt begleichen.

8 Antworten zu “HELSANA – Die Abzocke bei verspäteter Zahlung

  1. es wurde getwittert
    @Helsana 40 Franken für einen 2 Seitenausdruck ab System in einem der modernsten DruckCenter der Schweiz? Warum es wohl bei CSS 1/4 kostet?

  2. Bei Helsana werden die Mahnungen eventuell noch mit Schreibmaschine ausgelöst, da kann man die Kosten schon verstehen.

  3. es wurde getwittert
    Beluga ‏@Beluga59 9.7.2015
    @Helsana Kosten für Personal, Verwaltung und Technik dürfen nicht auf den Schuldner abgewälzt werden, dies sind Betriebskosten.

    • Ganz abgesehen was für ein Verein diese Helsana ist und welche Kosten gerechtfertigt sind.Man kann ja sich seine Versicherung aussuchen und für solche Kosten gibt es ja Vorlagen…

      Sicher gilt ihr Einwand betreffs der Betriebskosten aber auch für andere, „nettere“ Versicherungen – oder?
      Ja auch wenn es Betriebskosten heisst , zahlt nicht der Betrieb diese, nicht der Chef oder Angestellte sondern du , als Versicherter, zahlst dann die Rechnung die wohl auch bei Versicherungen auf die Prämie umgelegt wird.
      Möglicherweise zahlst du gerne mit für andere Säumige – ich nicht!
      Möchte doch jeder das zahlen was er zu zahlen hat, und schon entstünde weniger Aufwand für Personal & Technik, und man brauxcht nicht streiten wer für die Kosten der säumigen aufkommen muss…!

      • Ganz richtig Deine Antwort: Die Mahnkosten dürfen den entstandenen Schaden abdecken. Bei einigen Kranken-Versicherer sind dies 5, bei oben genannten 40 Franken bzw. 100.- bei der zweiten Mahnung. Bis zu diesem Schritt hat dies nach K-Tipp den Versicherer inkl. Porto und allen Nebenkosten ca. 2.25 bis 3.15 Fränkli gekostet. Wird die 2. Mahnung eingeschrieben versandt kommen noch 5 Franken dazu.

        Den Rest überlasse ich dem Leser. Möchte auch erwähnen, dass auf Twitter ganz klar die Stellung der Helsana kund getan wurde, dass diese Beträge bei Helsana „nur“ die Vollkosten decken. Dies möchten wir hier nicht Hinterfragen. Bei anderen Versicherer geht es mit 5.- bzw. 10.- für die 2. Mahnung.

        Die Helsana schreib in ihren Bedingungen, dass Kosten Anfallen ab der 1. Mahnung, nicht aber deren Höhe.

  4. Pingback: Helsana der Abzocke bezichtigt? | Pro Basel

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