Unfall – weit über 4000 Franken für Nichts?


4000 Franken für was genau.

Die unglaubliche Behandlung eines eigentlich kleinen Zwischenfalls, festgehalten von einem Laien ohne medizinische Fachbegriffe.

Brief an uns vom 20.10.2015

Vor gut 4 Monaten stürzte ich unglücklich mit dem Rad, auf die Linke Schulter. Schmerzhaft, aber wird schon wieder vorübergehen. Felctor und Kühlspray tun ihre Wirkung.

Nach zwei Wochen war meine Bewegungsfreiheit derart eingeschränkt, dass ich meinen Arzt aufsuche, bzw. dies bei meiner CSS-INTRAS via Medgate anmeldete.

Mein Hausarzt schaut sich das Ganze an, es werden einige Röntgen gemacht. Er diagnostiziert oder Tippt auf Frozen Shoulder. Sei etwas Langwieriges und zum Teil sehr Schmerzhaftes. Letzteres kann ich bestätigen.

Chiropraktor und/oder Physiotherapie. Schonen beim Arbeiten, wenn es nicht geht, pausieren. Als Selbständiger ist letzteres finanziell nicht tragbar. Benutze nun mein Stehpult um arbeiten zu können.

Der Chiropraktor meint, dass er keine Manipulationen machen werde, da das ganze wohl noch entzündet sei, zeigte mir auf welche Übungen ich machen soll. Physiotherapie sieht er als unabdingbar an. Elektro-Therapie und leichte Dehnübungen bei ihm würde er aber vorschlagen.

Ein Vertrauensgespräch mit dem Arzt von MedGate brachte die gleichen Resultate. Dieser meinte auch dass ein MRI gemacht werden müsse. Übrigens eine gute Lösung der CSS mit der FirstCall Regel. Zu jeder Zeit steht einem ein Arzt zur Verfügung, man wird zurückgerufen und aufgeklärt. Hier nimmt man sich sogar mehr Zeit als der Hausarzt, erklärt sogar die für Laien unverständlichen Anamnese und Diagnose-Einträge.

Also ein weiteres Gespräch mit dem Hausarzt, ich konnte in dieser Zeit meinen Arm nicht mehr über Kopf bewegen. Ankleiden, Arbeiten usw. wurde zur Qual. Er schickte mich zum MRI, eröffnete mir einen Termin bei einem Spezialisten (Hirslanden) und beim Neurologen. Ich begann Schmerzmittel einzunehmen und da ich diese nicht besonders Ertrag, gleich noch Magenschoner mitgeliefert.

Beim MRI lief, unerklärlicherweise, das Kontrastmittel an Orte die es nicht sollte. Kein Problem mein Körper werde dies schon verarbeiten.

Gleichzeitig bekam ich ja noch eine Verordnung zur Physiotherapie.

Die Physiotherapeutin gab mir gleich beim ersten Besuch eine Rolle mit, zeigte auf, welche Übungen ich machen soll und welche nicht. Tat irgendwie gut. Ich bringe nun meinen Arm wieder über Kopf, nicht Toll aber schmerzfrei. Arbeiten ist immer noch nur mit Schmerzen und immer grösseren Pausen möglich. Langsam wird es „brenzlig“ ich nehme keine Termine mehr ausser Haus wahr, von denen lebe ich aber.

MRI ergab diverse Diagnosen, bestätigte aber die Frozen Shoulder.

Besuch in Hirslanden, beim Speziallisten. Ohne mich gross zu untersuchen, meinte er, er wolle eigene Röntgenbilder machen, MRI und die des Hausarztes reichen nicht. Ich soll in einer Woche wieder kommen um diese zu besprechen. Beim zweiten Gespräch und der kurzen Frage wie es mir den geht, bestätigt er die obige Diagnose, gab mir Unterlagen mit und meinte ich soll mich schonen. Er schicke mich nun zum Neurologen, dann soll ich wieder kommen und wir können das weitere besprechen.

Zwischenzeitlich musste ich mehrere Seiten für die CSS/Intras ausfüllen, da alles als Unfall gilt. Für mich der da den Unfall in der Grundversicherung eingeschlossen hat, kein grosser Unterschied.

Es sind nun 3 Monate vergangen, zwischenzeitlich Besserungen folgen mit Tiefschlägen. Ich bin keine Memme kann mit Scherzen gut umgehen, aber lebe nun mit starken Schmerztabletten. Diese tun mir nicht gut, ich merke es. Physio tut ein/zwei Tage merklich gut.

Nach nun fast 4 Monaten stehe ich als Patient am gleichen Ort wie bei meinem ersten Besuch beim Hausarzt. Finanziell tut mir das ganze langsam weh, die CSS bezahlt rund 4000 Franken bisher! Wobei ich gut 895 Franken als Selbstbehalt trage.

Im Internet macht man sich natürlich auch schlau. Nur nicht Operieren, einmal offen, ist eine Schulter nie mehr die gleiche. Übungen werden angeboten in Bild und Film. Einige beschreiben solche als gut, wiederum andere schreiben, genau diese Übung sollte man nicht machen. Einhellig ist aber die Meinung, dass man mit dieser Diagnose meist nach einer gewissen Zeit (12 bis 18 Monate) eine Heilung erfahre. Einige wenige schreiben, dass sie auch nach 3 Jahren immer noch leiden, lustig hier gibt es solche die operiert und nicht operiert wurden.

Edit 23.10.2015: Auf Wunsch wurde  hier ein Teil des Briefes (Chiropraktik) gelöscht.

Ich bin kein Arzt und eventuell ist dies oben genau der Weg der einer medizinischen Behandlung entspricht. Für mich steht fest, nach 4 Monaten habe ich die gleichen Schmerzen, das gleiche Leiden, viel Chemie in mir und ich weiss nicht wie es weiter geht. Arbeiten tu ich noch knapp 50%, den finanziellen Ausfall trage ich als selbständiger selbst.

Die Physiotherapie bringt wohl Linderung für einige Stunden, aber ich kann ja nicht jeden Tag zur Physiotherapie um wenigstens einigermassen arbeiten zu können.

Die Geschichte ist ja noch nicht zu ENDE, am Freitag gehe ich zum Hausarzt, nächste Woche zum Neurologen, dann wieder zur Hirslanden zum Facharzt und und und.  Eventuell rufe ich nochmals den Vertrauensarzt an, eventuell beseitigt er meine Zweifel..

2 Antworten zu “Unfall – weit über 4000 Franken für Nichts?

  1. Interessante Geschichte. Vielen Dank dafür. Man sollte allerdings sowas nicht immer auf den Arzt schieben. Erstaunlicherweise gibt es in der Medizin immer noch ungeklärte Fälle. Ärzte sind meiner Meinung nach immer Bemüht dem Patienten zu helfen.

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